Stadt­ka­pel­le Wan­gen beein­druckt mit Kon­zert

Bei ihrem Herbst­kon­zert in der Wal­dorf­schu­le zeig­te die Stadt­ka­pel­le Wan­gen unter der Lei­tung von Tobi­as Zins­er ein­mal mehr, dass sie zu den Spit­zen­blas­or­ches­tern in Deutsch­land zählt.

Wan­gen Die Musik­aus­wahl und die musi­ka­li­sche Qua­li­tät waren außer­ge­wöhn­lich. Schon der Marsch „Pomp and Cir­cum­s­tances Nr.4“ von Edward Elgar (1857–1934) ließ das Selbst­be­wusst­sein und den Stolz des bri­ti­schen Empire mit gro­ßer Ele­ganz wie­der auf­er­ste­hen.

Als High­light ent­pupp­te sich das Obo­en­kon­zert „Lega­cy“ des Spa­ni­ers Oscar Navar­ro (geb. 1981), das Tobi­as Zins­er nach sanf­tem Drän­gen der Solis­tin Ann-Chris­ti­ne Rose-Choi und einem lako­ni­schen „good luck!“ des Kom­po­nis­ten ins Pro­gramm nahm. Musi­ka­li­sche Viel­falt in Aus­druck, Form und Klang ver­band sich zu einer Ton­spra­che auf höchs­tem Niveau, die sich den­noch ins Ohr schmei­chel­te. Ann-Chris­ti­ne Rose-Choi zeig­te sich dem stel­len­wei­se hals­bre­che­ri­schen Solo­part in jeder Hin­sicht gewach­sen. Prä­zi­se, emo­ti­ons­ge­la­den, mit unge­bän­dig­ter Spiel­freu­de ver­lieh sie dem Stück eine mit­rei­ßen­de Leben­dig­keit. Die Stadt­ka­pel­le stand ihr dar­in in nichts nach und pen­del­te zwi­schen kam­mer­mu­si­ka­li­scher Inti­mi­tät und gro­ßen raum­spren­gen­den musi­ka­li­schen Ges­ten wie selbst­ver­ständ­lich hin und her. Der Kom­po­nist hät­te sei­ne Freu­de dar­an gehabt. „Give us this Day“ von David Mas­lanka (1943–2017) führ­te in eine inten­si­ve Klang­welt, geprägt von voll­mun­dig auf­blü­hen­den Cho­rä­len und dra­ma­ti­schen Stim­mungs­um­schwün­gen von bra­chia­ler Här­te, ein Klang­er­leb­nis vol­ler Lei­den­schaft und tie­fen Emp­fin­dun­gen. Von Camil­le Saint-Saens (1835–1921) folg­te „Dan­se Bac­chana­le“, der ori­en­ta­li­sche ange­hauch­te Rhyth­men und Klän­ge mit weit­ge­schwun­ge­nen Kan­ti­le­nen ver­band.

„La Fies­ta Mexi­ca­na“ von Har­ry Owen Reed (1910–2024) basiert auf volks­tüm­li­chen Melo­dien und setzt die Leben­dig­keit und das far­ben­fro­he Trei­ben eines Volks­fes­tes in eine pral­le Ton­spra­che um, vol­ler Gegen­sät­ze und mit weit­ge­spann­ten Span­nungs­bö­gen und sich über­la­gern­den Metren. Auch hier kit­zel­te die Stadt­ka­pel­le das „Mehr“ über die tech­ni­sche Bril­lanz hin­aus aus dem Stück her­aus. Das gelang ihr auch bei den Aus­zü­gen aus der Film­mu­sik zu „Far and Away“ von John Wil­liams (geb. 1932). Der Auf­bruch iri­scher Aus­wan­de­rer in die Wei­te Ame­ri­kas ver­ein­te irisch-kel­ti­sche Ele­men­te mit wogen­den, sat­ten Klang­far­ben zu einem mit­rei­ßen­den Erleb­nis von Hoff­nung und Frei­heit.

Die Zuga­ben run­de­ten den Abend klang­lich und the­ma­tisch ab: der Mona­ta­na-Marsch von Heinz Herr­manns­dör­fer und die Hym­ne an Zusam­men­halt und Gemein­schaft aus der Opern „Can­di­de“ von Leo­nard Bern­stein: „Make our gar­den grow“. Der Gar­ten der Stadt­ka­pel­le wächst und gedeiht und bringt immer neue exqui­si­te Blü­ten her­vor.

Quel­le: Schwä­bi­sche Zei­tung vom: 28.10.26 @ Johan­nes Rahn

Foto: Chris­toph Mor­lock

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