Kurzbeschreibung
Das Jugendblasorchester, bestehend seit 1970, ist ein Pflichtensemble der Jugendmusikschule. Es ist ein Nachwuchsorchester sowohl der Stadtkapelle als auch der umliegenden Musikvereine und wird von der Stadt Wangen ideel sowie materiell gefördert.
Das Jugendblasorchester besteht derzeit aus etwa 60 Musiker/innen. Die Probe findet Mittwochs von 17.45 — 19.45 Uhr in dem Proberaum im GEG — Gebäude auf dem ehemaligen Adler — Areal statt. Regelmäßige Auftritte des JBOs sind das Frühjahrskonzert, Muttertagskonzert und das Herbstkonzert.
Zuden spielt das Jugendblasorchester an vielen traditionellen Heimatfesten, wie z.B. dem Gumpigen-Donnerstags-Umzug, Weinfest und Kinderfestumzug. In regelmäßigen Abständen nimmt das Orchester bei verschiedenen Wettbewerben teil.



Reiner Hobe
Reiner Hobe, 1973 geboren in Tettnang, begann schon früh sein musikalisches Leben in seinem Heimatverein Ettenkirch und ging in Friedrichshafen zur Musikschule. Dort lernte er Posaune, Gesang, Klavier und Theorie mit Gehörbildung. Nach Erfolgen bei Jugend musiziert wurde er ins Sinfonische Jugendblasorchester Baden-Württemberg aufgenommen und reiste nach Asien, Australien und Amerika. Nach dem Jahr 1994/95 im Musikkorps Veitshöchheim folgte bis 1999 sein Musikstudium Hauptfach Posaune mit Diplom an der Musikhochschule Karlsruhe. Weitere Studien bei Joseph Alessi (New York), Mike Svoboda (Tübingen) und Oliver Siefert (Basel). Ab 1997 unzählige Konzerte als Solist, im Duo mit Klavier bzw. Orgel, vielen Kammermusikbesetzungen und in verschiedensten Orchestern (1998 – 2005 Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz). 2001 — 2005 folgte sein Dirigierstudium (Diplom Blasorchesterdirektion) bei Professor Felix Hauswirth an der Musikhochschule Basel. Seit 2002 ist er musikalischer Leiter des Rolls Royce Orchesters in Friedrichshafen und von 2006 – 2011 war er Dirigent des Kammerorchesters Tettnang. Seit 2007 ist er Dirigent des Jugendblasorchesters Wangen und der Stadtkapelle Markdorf und. Er ist außerdem Lehrer für tiefes Blech an der Jugendmusikschule Wangen und der Musikschule Markdorf. 2007 gewann er den 2. Preis beim Dirigierwettbewerb in Budapest, der mit weiteren Gastdirigaten in Ungarn verbunden war. 2010 dirigierte er ein Sinfoniekonzert mit der Südwestdeutschen Philharmonie und wurde 2011 als Gastdirigent und Dozent für Dirigieren an die Ohio Northern University (USA) eingeladen. Außerdem war er viele Jahre Dozent beim Sinfonischen Jugendblasorchester Baden-Württemberg, beim Interregionalen Orchester, der Jungen Philharmonie Ost-Württemberg, den Sommerkursen in Bad Waldsee und hatte einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten. Mit seiner Familie wohnt er in Horgenzell und betreibt mit seinem Vater und seinem Sohn eine kleine Imkerei in Ettenkirch.
Mit dem Jugendblasorchester Wangen nimmt er regelmäßig sehr erfolgreich an Wertungsspielen teil und führt die Jugendlichen fördernd und fordernd in enger Zusammenarbeit mit ihren Instrumentallehrern auf ein beachtliches Niveau.
Spannende Programme, Probefreizeiten und Konzertreisen sind ein wichtiger Bestandteil für die starke Gemeinschaft und die Spielfreude des Jugendblasorchester Wangen.
Chronik
Das Jugendblasorchester der Stadtkapelle Wangen wurde 1970 von der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu gegründet, verbunden mit dem Wunsch, die vorzüglich geschulten Holz- und Blechbläser zu Orchesterspielern weiterzubilden und damit der Stadtkapelle Wangen sowie den Blaskapellen des Altkreises Wangen bestens vorbereiteten Nachwuchs zuzuführen. Alfred Gross, Lehrer für Blasmusikinstrumente an der Jugendmusikschule in Wangen, war der erste Dirigent des neugegründeten Jugendblasorchesters. Wie erfolgreich sein Wirken schon nach kurzer Zeit war, zeigte sich beim ersten größeren Wettbewerb 1972. Ein 1. Preis mit Auszeichnung in der Mittelstufe war der wohlverdiente Erfolg.
1973 übernahm Frits Hauser die Leitung des Jugendblasorchesters, da sein Vorgänger inzwischen die Leitung der Stadtkapelle übernommen hatte. Intensive musikalische Arbeit führte das Orchester 1974 zu seinem ersten Saalkonzert, das von den Zuhörern begeistert aufgenommen wurde. Seitdem sind die Auftritte des Orchesters wichtiger kultureller Bestandteil des Wangener Musiklebens. Dem Ehrgeiz und Engagement von Frits Hauser ist es zu verdanken, dass sich das Jugendblasorchester Wangen unter seiner Leitung kontinuierlich zu einem Höchststufenorchester und zu einem absoluten Spitzenorchester in Baden-Württemberg entwickelte. Während seiner Dirigentenzeit war das Orchester bei drei großen Auslandsreisen; 1976 bei Gastkonzerten in Dänemark, 1981 bei den Internationalen Festspielen in Istanbul in der Türkei, und 1983 in Wangens Partnerstadt La’Garenne bei Paris in Frankreich. Außerdem wurden sämtliche Wettbewerbe und Wertungsspiele mit größtem Erfolg besucht. 1985 verließ Frits Hauser die Allgäustadt Wangen und nahm eine Professorentätigkeit an der Musikhochschule in Detmold an.
Sein Nachfolger am Dirigentenpult wurde Thomas Herz, damals Lehrer an der Musikschule Wangen. Wahrlich keine leichte Aufgabe, denn die Altersgrenze der Mitspieler wurde auf 18 Jahre herabgesetzt. Aber durch die zielstrebige Arbeit des jungen und dynamischen Dirigenten Thomas Herz wurde schon bald an alte Erfolge angeknüpft. So konnte das Orchester 1988 beim Landeswettbewerb Baden Württemberg für Bläser den Erfolg von 1984 wiederholen und erreichte in der Höchststufe den 1. Preis. Höhepunkte seiner Tätigkeit waren sicherlich die Konzertreisen nach Marienbad (Tschechoslowakei), in die Wangener Partnerstadt La’Garenne bei Paris (Frankreich), aber ganz besonders das internationale Blasmusikfestival 1988 in Bern (Schweiz), wo das Jugendblasorchester Wangen neben zahlreichen europäischen Spitzenkapellen der einzige Teilnehmer der Bundesrepublik Deutschland war. Vom Orchester wurde ein Galakonzert vor 1500 Zuhörern im Kursaal von Bern mitgestaltet, das vom Schweizer Fernsehen und vom Rundfunk aufgezeichnet wurde. Den Festumzug durch die Berner Altstadt sahen 50000 Zuschauer.
1990 übernahm Ladislaus Vischi die Leitung des Wangener Jugendblasorchesters. Zum erstenmal nach Frits Hauser war nun wieder ein Klarinettist Dirigent des Orchesters und wurde gleichzeitig wie seine Vorgänger Lehrer an der Jugendmusikschule. Unter seiner Leitung führte die musikalische Arbeit ebenso zu großen Erfolgen. So war das Orchester 1991 zu Gast beim internationalen »Göteborg Music Festival« in Schweden. Höhepunkt dieses Festivals war ein Wettbewerb, bei dem Spitzenorchester aus ganz Europa teilnahmen. Das Jugendblasorchester Wangen erreichte damals in der Höchststufe mit 97,5 Punkten einen 1. Preis und reiste somit als bestes europäisches Orchester dieses Festivals nach Hause. Noch heute gilt dieses Festival als größter musikalischer Erfolg und schönste Reise des Orchesters.
Ein Jahr nach dem großen Erfolg in Schweden wurde das Jugendblasorchester Wangen Landessieger beim Landeswettbewerb Baden-Württemberg mit einem 1. Preis in der Höchststufe.1995 qualifizierte sich das Orchester bei der Baden-Württembergischen Endausscheidung mit einem 1. Preis für den Bundeswettbewerb in Gera, an dem leider nicht teilgenommen werden konnte. Weitere Höhepunkte der Dirigententätigkeit von Ladislaus Vischi war die Konzertreise nach England mit Gastkonzerten in Sheffield und London, sowie die zweite Reise des Jugendblasorchesters nach Marienbad in Tschechien. Das letzte große Ereignis war die Teilnahme am »2nd Scinäjoki Wind Music Festival« in Finnland im Juli 2000. Beim internalionalen Wettbewerb dieses Festivals erreichte das Orchester in der 1. Division einen 2. Preis. Diese Reise war für die Jugendlichen ein krönender Abschluss der Dirigentenzeit von Ladislaus Vischi. Während seiner Zeit in Wangen wurde auch die Zusammenarbeit von Jugendblasorchester und Stadtkapelle Wangen intensiviert, da er ständiges Mitglied der Stadtkapelle und immer präsent war. Mitte 2000 wurde das Jugendblasorchester in den Verein »Stadtkapelle Wangen e. V.« integriert. Ladislaus Vischi ist seit September 2000 Leiter der Musikschule Radolfzell und dirigiert das dortige Jugendblasorchester und die Stadtkapelle Radolfzell.
Im September 2000 wurde als neuer Dirigent Herr Tobias Zinser dem Wangener Publikum vorgestellt. Tobias Zinser ist Lehrer an der Jugendmusikschule mit Hauptfach Trompete und Zweigstellenleiter der Niederlassung Kißlegg. Mit der Änderung der musikalischen Leitung kam es auch zu einem Generationswechsel innerhalb des JBO’s. Viele ältere Mitglieder verließen das Orchester und noch mehr Jugendliche rückten aus dem Vororchester der Jugendmusikschule nach. Schon nach gut 2 Monaten wurde Ende November 2000, in der Stadthalle in Wangen das traditionelle Herbstkonzert in dieser Besetzung bestritten. Das musikalische Niveau wurde in der folgenden Zeit wieder kontinuierlich gesteigert, was sich bei den Konzerten und anderen Auftritten deutlich zeigte. Die musikalische Aufbauarbeit wurde durch zwei Probenwochenenden in den Jugendherbergen in Biberach im Herbst 2001 und Balderschwang im Dezember 2002 unterstützt. Diese Arbeitsphasen dienen neben der intensiven Probenarbeit natürlich auch dem gegenseitigen Kennenlernen, wobei der Spaß natürlich nicht zu kurz kommt. Im Oktober 2002 errang das JBO Wangen unter der Leitung von Tobias Zinser, beim Wettbewerb für sinfonische Jugendblasorchester zum 25-jährigen Jubiläum der Bläserjugend Baden-Württemberg in Biberach/ Riß, den 1. Preis in der Kategorie »schwer«.
Nach Tobias Zinser übernahm Uwe Eichele das Jugendblasorchester als Dirigent. Er formte das Orchester über mehrere Jahre hinweg und stellte sein Können mit dem Jugendblasorchester bei mehreren Konzerten und Wettbewerben unter Beweis.
Seit Juni 2007 leitet Reiner Hobe das Jugendblasorchester (JBO) Wangen. Das erste Jahr begann mit einer Probenfreizeit in Bezau und Konzerten, u. a. „Olympic Fanfare and Theme“ und einer Lavender‑Bearbeitung von „Lord of the Rings“. 2008 folgten ein Doppelkonzert mit dem Kreisjugendblasorchester Lindau, eine Probenfreizeit auf Schloss Ortenberg und das Silvesterkonzert nach einem Europapark‑Besuch.
2009 gewann das JBO beim Tag der Bläserjugend den 2. Ernst‑Hutter‑Preis mit „Gullivers Reisen“ (Bert Appermont) und „Fate of the Gods“ (Steven Reineke). Neben traditionellen Auftritten reiste das Ensemble nach Prato (Partnerstadt) für zwei Konzerte, einen Kirchenkonzert‑Auftritt und Besichtigungen in Florenz. Im Herbst stand ein Herbstdoppelkonzert mit dem JBO Isny an.
2010 erreichte das JBO den 1. Ernst‑Hutter‑Preis (93,3 Punkte) mit „Lord Tullamore“ und „Ross Roy“. Beim Sommernachtskonzert der Stadtkapelle kamen „Danzón No. 2“ und „Bizet in Swing“ hinzu. Im Jupiter‑Wettbewerb qualifizierte sich das Orchester für das Finale in Marburg (4. Platz) und erhielt eine neue Schülertuba. Das 40. JBO‑Jubiläum wurde in der Stadthalle mit Solisten wie Nina Schöneberger gefeiert.
2011 präsentierte das JBO „Pilatus“ (Steven Reineke) beim Frühjahrskonzert und das Muttertagskonzert „ESPANA“ mit dem „Tuba Concerto Espagnol“. Im Mai empfing das Ensemble das Symphonische Blasorchester der Ohio Northern University und nahm am Summer Music Camp in Ohio teil. Im Herbst reiste das JBO nach Raas (Südtirol) für das Silvesterkonzert „Musikalische Weltreise“ mit Solisten Alexander Weh, Johannes Ellwanger und Lorna Bowden.
2012 startete das Jahr mit Neujahrsempfang und Mäschkerleumzug; das Muttertagskonzert stand unter dem Motto „Filmmusik“. Während einer Krankheitsphase leitete Hobe gleichzeitig die BläserKids, das Bläservororchester und das JBO, die gemeinsam in der Stadthalle auftraten. Das Dezember‑Kirchenkonzert enthielt „Russian Christmas Music“, „Heart Songs“, eine Gabrieli‑Canzon und zwei Bach‑Choräle.
2013 führte das JBO die Partnerstadt La Garenne‑Colombes (Frankreich) an und spielte beim Fêtes de la Musique sowie bei „Kultur am Postplatz“ in der Waldorfschule. 2014 gewann das Orchester beim Tag der Bläserjugend in Isny mit 95 Punkten und dem 1. Ernst‑Hutter‑Preis („Choreography“, „The Baron of Dedem“). Nach einem Promenadenkonzert in Friedrichshafen folgte die zweite Südtirol‑Reise („Manege frei“). In Zusammenarbeit mit der ZirkusAkademie entstand ein Silvesterabend mit Trapez‑ und Zirkusartistik zur Musik von Cirque du Soleil; die SZ lobte die authentische Zirkusatmosphäre.
2015 spielte das JBO beim Vereinsjubiläum in Niederwangen und erhielt großen Applaus. Im November folgte das JMS‑Galakonzert zum 1200. Stadtjubiläum mit 200 Jugendlichen, die „Music was my first love“, Beethovens „An die Freude“ und die „Bohemian Rhapsody“ gemeinsam mit der JMS‑Rockband (Klaus Mader) sangen. 2016 trat das Orchester beim Tag der Bläserjugend in Kißlegg mit „Crossroads“ und „Treasure Island“ auf, spielte beim Sommernachtskonzert der Stadtkapelle und beim zweiten Advent ein gemeinsames Adventskonzert in St. Ulrich mit den JMS‑Chören.
2017 feierte die Jugendmusikschule ihr 50‑jähriges Bestehen; das JBO eröffnete das Festkonzert. Im Herbst erfolgte die dritte Südtirol‑Reise, Proben im Raum der Musikkapelle Natz und tägliche Spaziergänge durch Apfelplantagen. Beim Silvesterkonzert unterstützte Dominik Schad (STOMP) das Orchester mit Rhythmus‑ und Body‑Percussion‑Einlagen – ein von der Schwäbischen als „denkwürdiger Abend“ bezeichnetes Ereignis.
2018 lag der Fokus auf dem Kinderfesttheater: Das Stück „Emil und die Detektive“ wurde im Juli elfmal vor voller Stadthalle aufgeführt. Das JBO war Vorgruppe des Gebirgsmusikkorps Garmisch für ein Benefizkonzert der Bergwacht und wurde 2019 zu einem musikalischen Besuch nach Garmisch eingeladen. Nach 2009 reiste das Ensemble im Herbst im Rahmen der 30‑jährigen Städtepartnerschaft erneut nach Prato für Kinderfesttheater‑Aufführungen und ein Kirchenkonzert. Peter Kramer wurde 2018 Vorstand der Stadtkapelle und übergab das Amt an die neue Jugendleiterin Ramona Schneider, die ebenfalls im JBO spielte.
2019 probte das JBO im März mit dem Gebirgsmusikkorps in Garmisch, gefolgt von einem Ausflug zur Zugspitze. Beim Tag der Bläserjugend in Aulendorf erreichte das Orchester mit 96,7 Punkten den Präsidentenpreis als bestes Jugendblasorchester. Am 2. Advent fand ein schönes Adventskonzert in der evangelischen Stadtkirche statt.
2020 wurde das JBO 50 Jahre alt; das geplante Jubiläumskonzert am 21. November in der Waldorfschule musste wegen der Corona‑Pandemie ausfallen. Nach Lockerungen fanden Register‑ und Kleingruppenproben sowie gelegentliche Auftritte in der Stadthalle statt. Im Juli 2021 gelang das erste Konzert nach dem ersten Lockdown beim Sommernachtskonzert der Stadtkapelle, gefolgt von einem Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt im Dezember. Ab März 2022 konnten reguläre Proben wieder aufgenommen werden; das intensiv vorbereitete Muttertagskonzert wurde ein emotionaler Erfolg.
2023 trat das JBO am 1. Juli erneut beim Sommernachtskonzert der Stadtkapelle auf. Zwei Wochen später folgte ein gemeinsames Konzert mit der Edmonton Wind Band (Kanada) in St. Ulrich. Nach den Sommerferien begannen die Proben für das Jubiläumskonzert „50 Plus“ am 12. November in der Waldorfschule. Ehemalige Mitglieder werden Kultstücke aus 52 Jahren Aufführungsgeschichte präsentieren.
Vorstandschaft

Tba
DirigentIn

Hannah Amann
Jugendleiter/in





